Buch-Tipp: Black Beauty von Anna Sewell

Samaan ibn Leil
Samaan Ibn Leil                                                                                           Foto: Becca Photography

Zusammenfassung

Black Beauty, geschrieben von Anna Sewell, ist die Autobiographie eines schwarzen Hengstes. Der Hengst wurde in England auf dem Hof des Bauern Grey geboren und wuchs in behutsamen Händen zu einem gut erzogenen Reit- und Kutschpferd heran. Black Beautys Mutter erklärte ihm bereits im Fohlenalter, dass er aus gutem Hause komme und sich seinen Menschen gegenüber stets korrekt zu verhalten hat. Black Beauty lernte später bei seinem neuen Besitzer, die Fuchsstute Ginger kennen. Sie hatte keine wohlbehütete Kindheit und musste schnell die Erfahrung machen, dass der Mensch grausam sein kann. Black Beauty sah nun immer öfter wie Pferde unter erbärmlichen Umständen leben und arbeiten mussten. Er sah viele Pferdebesitzer, die ihre Pferde mit Peitschen schlugen oder ihnen Aufsatzzügel anzogen, damit sie „erhabener“ liefen. Sein Glück war es, dass er bis anhin noch nie in die Hände eines solchen Besitzers geriet. Doch sein Glück sollte nicht von langer Dauer sein und schon bald musste Black Beauty am eigenen Körper spüren, wie rücksichtslos, brutal und unwissend, die Menschen sein können.

Buch Zitate

Kapitel Drei – Das Einreiten
„Mein Herr wollte mich nicht verkaufen, bevor ich vier Jahre alt war; er sagte, dass Jungen nicht wie Männer arbeiten sollten und Fohlen nicht wie Pferde, bis sie richtig ausgewachsen waren.“

Kapitel Sechs – Freiheit
„Ich war glücklich in meinem neuen Zuhause, und wenn es doch etwas gab, was ich vermisste, dann soll das nicht heissen, dass ich unzufrieden war. Alle, die mit mir zu tun hatten, behandelten mich gut, mein Stall war hell und luftig und ich bekam nur das Beste zu fressen. Was mir fehlte? Nun, Freiheit!“

Kapitel Vierunddreissig – Ein altes Kreigspferd
„Ich (Black Beauty) sagte daraufhin: >Ich habe Leute über den Krieg reden hören, als wäre er eine grossartige Sache.< >Pah!< entgegnete Captain. >Dann glaube ich, sie haben ihn nie erlebt. Wohl ist der Krieg eine grossartige Sache, solange es keinen Feind gibt, sondern nur das Exerzieren und Paraden und Scheingefechte. Ja, dann ist es wirklich grossartartig; aber wenn dabei tausende anständige und tapfere Männer und Pferde getötet oder für immer verstümmelt werden, sieht die Sache anders aus.< >Weisst du, weshalb dieser Krieg geführt wurde?< fragte ich. >Nein<, antwortete er, >so etwas können Pferde nicht verstehen. Aber der Feind, das müssen sehr böse Menschen gewesen sein, wenn man den weiten Weg über das Meer gemacht hat, nur um sie umzubringen.<

Kapitel Achtunddreissig – Dolly und ein wahrer Gentleman
„Ich bin der Meinung: Wenn uns Gewalt oder Unrecht begegnen und es in unserer Macht steht, sie zu beenden, und wir dennoch tatenlos zusehen, dann machen wir uns mitschuldig.“

Kapitel Neunundvierzig – Mein letztes Zuhause
„>Ach, Beauty, Beauty! Erkennst du mich den nicht, den kleinen Joe Green, der dich damals fast umgebracht hätte?< Und er streichelte mich über und über, wie ausser sich vor Freude. Ich hätte nicht sagen können, dass ich ihn wiedererkannte, denn er war jetzt ein stattlicher junger Bursche mit schwarzem Backenbart und der Stimme eines Mannes, aber ich war sicher, dass er mich wiedererkannte und dass er Joe Green war, und das machte mich sehr glücklich. Ich strecke ihm meine Nase entgegen, um ihm zu zeigen, dass wir Freunde waren. Nie habe ich einen Menschen gesehen, der sich so gefreut hat.“

persönliche Gedanken zum Buch

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Foto: Nadine Reusser

Selten hat mich ein Buch so berührt wie dieses hier. Ich kannte aus meiner Kindheit den Film „Black Beauty“, jedoch gab mir das Buch eine völlig andere Ansicht auf die Geschichte. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nun in einem Alter bin, indem ich diese Handlung besser verstehe und darin nicht mehr nur den „schönen schwarzen Hengst“ sehe. Meiner Meinung nach, ist Black Beauty nicht nur eine Lektüre für Pferdeliebhaber. Dieses Buch spricht viele Sparten des Lebens an. Sei es ein freundlicher Umgang mit unseren Mitmenschen, der Krieg oder das richtige Verhalten mit unseren Tieren und der Umwelt. Selbst zum Thema Glauben findet Anna Sewell die passenden Worte. Wer ein Buch lesen möchte, welches einen tieferen Sinn hat, einen im Herzen berührt und zum Nachdenken anregt, wer das Leben aus der Sicht eines Droschken- und Reitpferdes aus dem 1877 Jahrhundert erleben möchte, greift bei Black Beauty genau zum richtigen Buch.

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2 Gedanken zu “Buch-Tipp: Black Beauty von Anna Sewell

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