Selbstvertrauen und Mut

Jeder kennt Selbstzweifel. Jeder hat sie schon mal gefühlt. Dieses nagende Gefühl nicht gut genug zu sein. So ist es auch mit Ängsten. Man hat Angst vor einem anstehenden Ereignis, man vertraut seinen Fähigkeiten nicht mehr, man zweifelt. So wie wir Menschen Ängste und Selbstzweifel fühlen können, tun das unsere Pferde auch.

Als Reiter ist man auf jeden einzelnen Fortschritt, den man mit seinem Pferd macht stolz. Jeder der sich mit Pferden umgibt weiss auch, wie viel Arbeit es ist einem Pferd etwas beizubringen oder ihm die Angst vor etwas zu nehmen. Passiert ein Unfall, oder das Pferd erlebt eine bedrohende Situation, sind viele Fortschritte zu Nichte und man beginnt wieder von vorne. Es gibt Pferde welche von Natur aus mutig und neugierig sind. Sie scheuen vor nichts zurück und schauen sich alles an. Gehen mutig voraus und wollen wissen was sich dort im Busch befindet wenn es raschelt. Dann gibt es aber die Pferde, welche sehr vorsichtig, fast schon ängstlich, reagieren. Sie hinterfragen das Geräusch und möchten am liebsten weg oder einen so grossen Bogen wie möglich drumherum machen. Sie bleiben lieber unauffällig und versteckt.

Besitzt man ein Pferd nicht von der erste Minute seins Lebens oder ist man nicht Erstbesitzer und vertraut mit der Aufzucht seines Tieres, so weiss man nicht was seinem Wegbegleiter schon alles passiert ist. Wurde es wohlbehütet eingeritten? Durfte es im Gelände alles in Ruhe kennen lernen? Hatte es genug Zeit um verstehen zu dürfen, dass ein Auto nichts Böses ist? Ist vielleicht sogar mal ein Unfall passiert? Es gibt viele Fragen die man sich stellen kann wenn sein Pferd ängstlich ist oder an sich zweifelt.

inneres Bild

Ist mein Pferd ängstlich oder zweifelt es an seinen Fähigkeiten, so bin ich umso mutiger und ermutige mein Pferd noch mehr an seine Stärken zu glauben.

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Antares hat in der Ferne wehende Plastikplanen entdeckt.

Man muss seinem Pferd Mut und Stärke vermitteln. Es soll denken es sei unbesiegbar und kann alles überwinden. Man stellt sich bildlich vor, wie sein Pferd mutig an einer Plane vorbei geht. Es der Plane nicht mal Beachtung schenkt. Es läuft stolz und schön voran. Pferde können keine Gedanken lesen (oder vielleicht doch?) aber sie spüren die Ruhe die wir Menschen ausstrahlen. Wenn man seinem Pferd lässig sagt: „Das da vorne ist nichts, da kannst du ohne Probleme vorbei“, dann wird es eher mutig vorbei gehen, als wenn man schon 20 Meter vorher denken: „Oh eine Plane. Wie wird er heute wohl reagieren.“ Pferde sind feinfühlige Wesen und merken wann wir uns selbst Vertrauen und wann wir auch ihnen dieses Vertrauen entgegen bringen. Man muss als Pferdebesitzer sich stets vor Augen halten, was man sehen möchte. Die innere Vorstellungskraft ist stark und sie hat grosse Auswirkungen auf uns und unsere Tiere.

Übungen um seinem Pferd mehr Mut zu geben

Man kann seinem Pferd Mut machen, indem man ungewohnte Situationen übt. Das Schrecktraining ist zum Beispiel prima dafür. Man läuft mit seinem Pferd über Planen, durch einen Flattervorhang durch und man lässt es an einem Bündel Ballons vorbei gehen. Man zeigt ihm in Ruhe die Dinge, vor denen es sich fürchten könnte. Es sollte genug Zeit haben, alles kennen zu lernen. So wird es lernen sich mit ungewöhnlichen Gegenständen auseinander zu setzen und es fasst mehr Mut. Hat man sich eine gute Basis erarbeitet mit dem Schrecktraining, kann man auch mal ein völlig neues Objekt auf den Platz stellen und sein Pferd dazu lassen. Hat das Pferd nun genug Mut, wagt es sich vielleicht alleine in die Nähe des fremden Gegenstandes. Ansonsten darf man natürlich seinem Pferd helfen und es mit Beisein unterstützen.

Übungen fürs Selbstvertrauen

Mein persönliche Lieblingslektion ist das Podest. Ich kenne viele Pferde, welche erstmals auf dem Podest standen, und dann kaum mehr herunter wollten. Sie fühlen sich gross, stolz und stark auf dem Podest. Sie haben den Überblick, können alles besser sehen und sie dehnen auch noch ihren Rücken.

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Antares fühlt sich gross und stolz auf seinem Podest.

Der spanische Schritt oder nur schon der spanische Gruss, lässt das Selbstvertrauen eines jeden Pferdes ebenfalls wachsen. Das Pferd hebt das Vorderbein und man sieht in den Augen wie erhaben und stolz sein vierbeiniger Partner sich fühlt. Auch diese Lektion kann einem introvertiertem Pferd helfen sich zu öffnen.

Im Allgemeinen sind Lektionen geeignet, in denen sich das Pferd öffnet. Das sind alle Lektionen, welche das Pferd grösser erscheinen lassen und welche auch mehr Energie benötigen. Hat man mit seinem Pferd an Mut und Selbstvertrauen gearbeitet und es gestärkt, kann man sich an Lektionen heran tasten die ruhiger sind. Lektionen, die das Pferd schliessen und klein machen. Das sind Lektionen wie das Hinlegen, das Verneigen. In diesen Postionen braucht das Pferd viel Vertrauen zu seinem Partner, da es seinen Überblick aufgibt und sich in die Obhut des Menschen gibt.

Zusammengefasst:

Ein positives inneres Bild, Übungen bei denen sich das Pferd öffnen kann und Vertrauen fasst, viel (!) Lob und liebevolles, freundliches Zureden, lassen ein Pferd mutiger und selbstbewusster werden.

 

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