die Arbeit im Roundpen

Das Roundpen ist ein toller Ort um mit seinem Pferd zu Arbeiten oder zu Spielen. Das Pferd hat einen begrenzten Raum und kann sich dennoch frei bewegen. Untenstehend, meine Gedanken zu dem eingezäunten Zirkel, sowie ein paar Übungen, welche ich gerne mit den Pferden ausübe.

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Antares auf dem verkleinerten Reitplatz in einem lockeren Trab. Foto: Silke Jürgensen

Nicht jeder besitzt einen Reitplatz oder eine Halle. Oftmals haben vorallem Privatställe, keinen Platz oder das nötige Kleingeld sich einen Übungsplatz anzuschaffen. Hier kann vielleicht ein Roundpen Abhilfe schaffen. Bestehend aus einem guten lockeren Boden, gefüllt mit Hackschnitzeln oder feinem Kies, und Pannels, bietet sich das Roundpen als tolle Alternative an. Ist es umgekehrt, und man besitzt einen Platz, kann man diesen zur Hälfte oder mehr, abtrennen und hat so einen verkleinerten Bereich zur Arbeit.

Kommunikation im Roundpen

Die Kommunikation lässt sich im Roundpen sehr gut erarbeiten und verfeinern. Das Pferd hat genügend Platz, sich zu bewegen und wir sind trotzdem nicht zu weit weg um unsere Körper- oder Stimmsignale zu vermitteln. Wer bereits mit seinem Pferd in einem Roundpen gearbeitet hat, weiss wie nah und besonders die Arbeit darin ist. Nicht nur die Pferde erkennen anhand unserer Bewegung und Körpersprache was wir möchten, auch wir haben die Gelegenheit unsere Pferde in der freien ungezwungenen Bewegung von nahem beobachten zu können.

den Kreis nutzen

Wir können die Zirkelform wunderbar für Biegung und Stellung nutzen. Für uns ist es einfacher unsere Pferde zum Beispiel bei der Bodenarbeit in Stellung zu führen, wenn die Biegung durch die Bahn bereits vorgegben ist. Das Pferd tut sich, meiner Erfahrung nach, leichter den Kopf zu stellen und das Genick los zu lassen, wenn es bereits leicht gebogen geht. Probleme wie über die Schulter nach aussen fallen, lösen sich auf, da die Bahn einen Bogen vorgibt.

Verhaltensregeln im Roundpen

Im Roundpen arbeiten wir oft nahe am Pferd. Ob wir aktiv mit dem Pferd am Strick arbeiten, oder ob wir unseren Vierbeiner frei longieren oder mit ihm an den Körpersingnalen arbeiten. Wir müssen vorallem beim freien spielen/longieren darauf achten unserem Partner stets genug Platz zu lassen. Das Pferd muss genug Platz für seine freie Bewegung haben und diese auch nutzen dürfen. Wenn es mal vor Freude bockt, sollte man aufpassen nicht in seiner Bahn zu stehen. Trotz Spieldrangs, sollte unseren Vierbeinern auch bewusst sein, dass wir in der Mitte stehen und sie ebenfalls vorsichtig sein müssen. Hat man ein Pferd welches sich gerne in die Mitte drängelt, kann man mit Pilonen einen Kreis setzten und das Pferd wird animiert aussen zu bleiben.

weniger ist mehr

Das Laufen ist anstrengend für unser Pferd. Vorallem in der stetigen Biegung. Wie beim Longieren, ist es wichtig zu achten, dass das Pferd losgelassen und locker läuft. Es soll nicht zentrifugieren und es soll auch nicht in Aussenstellung laufen. Tut es dies, so kann man, wie oben bereits genannt, an Stellung und Biegung beim Führen arbeiten. Man sollte stets auf Pausen achten und vielleicht sogar den Zirkel kurz verlassen um dem Pferd komplette freie Bahn zu geben. Nach einer Einheit im Roundpen ist ein kleiner Spatziergang oft ein schöner Abschluss. So kann sich das gelernte bei Mensch und Pferd setzten und man lüftet seinen Kopf aus.

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Antares geniesst die Abendsonne nach einer Einheit im Roundpen. Foto: Silke Jürgensen

Meine Übungen mit Antares

Mit Antares übe ich zur Zeit an der Körpersprache und an Vertrauensübungen. Wir hatten vor 2 Jahren einen Kurs bei Eschbach Horsemanship besucht und uns dort 2 Tage mit der Arbeit durch Körpersprache im Roundpen beschäftigt. Von dort konnte ich viel gelerntes mitnehmen und umsetzen. Eine von Antares Lieblingsübungen ist die Pirouette. Ich lade ihn ein zu mir ins innere zu kommen und frage ihn nach ein paar Schritten, ob er sich nach aussen drehen möchte. Oft dreht er sich dann wie ein Wirbelwind. Da er zur Zeit etwas sensibel auf seine Umwelt reagiert, habe ich wieder vermehrt mit Vertrauensübungen begonnen. So lege ich zum Beispiel eine Plane an die Aussenbahn und lasse ihn darauf zu gehen und darüber laufen. Für mich ist es wichtig, dass er es von sich aus darüber läuft und ich ihn nicht dränge. Daher abreite ich mit ihm grundsätzlich frei und ohne Strick.

Meine Übungen mit Auryn

Mit Auryn übe ich zur Zeit auch an der Körpersprache nach „Eschbach“. Er versteht noch nicht wirklich, was ich ihm sagen möchte, gibt sich aber alle Mühe es richtig zu machen. So kommen meistens verrückte Abläufe zustande, welche ich aber dankbar annehme und das Beste daraus ziehe. Ich lege bei ihm auch gerne Stangen an die Bande, damit er auf seine Füsse achtet und diese hebt. Galopp lasse ich bewusst weg, da unser jetziger Roundpen zu klein ist und es ihn wahnsinnig an Kraft kostet sich im Galopp zu halten. Mit Auryn übe auch bewusst das stehen bleiben, d.h. er bleibt stehen und ich hole ihn an der Bande ab und nehme ihn mit zu mir in die Mitte. Oder ich lade ihn vom Schritt aus ein, mir zu folgen oder sich zu mir in die Mitte zu gesellen.

Abschlussgedanken

Der Roundpen ist ein vielfälltig einsetzbarer Arbeitsort. Für kurze Spieleinheiten und zum Auspowern oder zur intensiven Arbeit an den Muskeln. Man kann seinem Pferd nahe in der aktiven Bewegung sein oder mit ihm einfach gemütlich rumalbern. Ein klarer Vorteil ist auch, dass ein Roundpen nicht soviel Fläche wie ein Reitplatz braucht.

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2 Gedanken zu “die Arbeit im Roundpen

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