Pro Barhuf – und warum es doch nicht immer Die Lösung ist

Zurück zur Natur – So scheint es momentan in der Pferdewelt zu lauten. Ob gebisslos, baumlos oder eben Hufeisen-los, ein Umdenken beginnt und es ruft auf, das Pferd so natürlich wie möglich zu halten. Ein sehr toller Wandel, denn ich selber unterstütze. Und doch ist möglichst natürlich nicht immer das Beste. Hierzu möchte ich mich in diesem Beitrag vorallem dem Thema Barhuf vs. Beschlag widmen.

Mein Beitrag beginnt bei der Geburt unserer Lieblingshuftiere. Ein gesundes Fohlen kommt zur Welt. Wer ein Fohlen kurz nach der Geburt schon Mal genauer betrachtet hat, wird die sogenannten „Zotten“ am Huf als wunderlich empfinden. Diese Hufzotten tragen sich in den nächsten Stunden und Tagen ab, und der richtige Huf kommt hervor. Die Hufe müssen das Kleine wenige Augenblicke nach der Geburt schon weite Strecken tragen können. Pferde als Fluchttiere sind auf ihre Beine und Hufe angewiesen.

ohne Huf – kein Pferd

Die heutigen Hauspferde haben noch lange nicht die Möglichkeit, sich so zu bewegen wie ihre wilden Vorfahren. Das macht das Abtragen und Schleifen der Hufe zur Aufgabe des Besitzers. In der heutigen Zeit gibt es bereits den Beruf der Hufpflegerin. Wenn ich 15 Jahre zurück denke, war mir dieser Beruf nicht bekannt. Heute aber, lerne ich immer vermehrter Hufschmiede kennen, die zusätzlich neben dem normale Beschlag, die Barhuf-Bearbeitung anbieten. Zudem gibt es immer mehr Menschen die sich privat oder für berufliche Zwecke auf diesem Gebiet weiterbilden.

Pro Barhuf

Es gibt nur positives über die Barhuf Haltung zu erzählen. Es ist das natürlichste und auch das gesündeste für ein Pferd. Der Huf kann seiner natürlicher Funktion als Schwamm und Pumpe, sowie Stossdämpfer nachkommen. Der Huf wird nicht starr von einem Eisen gehalten und in die Form gezwängt, sondern kann sich frei bewegen und wie ich es gerne nenne, Atmen. Das Brennen fällt ebenfalls weg. Beim Beschlage wird vor dem Nageln das heisse Eisen auf die weisse Linie gedrückt. Hierbei wird die unterste Schicht des Hornes verbrannt. Es schmerzt zwar dem Pferd nicht und doch finde ich den Gedanken gesundes Horn wegzubrennen etwas befremdlich. Ein weiterer Pluspunkt sind die Kosten. Langzeit gesehen kann die Barhufhaltung günstiger sein.

Nachteile

Was man als kleinen Nachteil ansehen könnte, ist die Pflege die ein Barhuf-Pferd braucht. Die weisse Linie muss sauber sein, der Strahl sowie die Hufform müssen/sollten alle 4 Wochen von einem Hufpfleger kontrolliert und nach bearbeitet werden. Je nachdem wie das Hornwachstum des jeweiligen Pferdes ausgeprägt ist, sollte man selber alle 7-10 Tage zur Raspel greifen. Ein weiterer Punkt sind die Hufschuhe. Es kann sehr nervenaufreibeind sein, den passenden Hufschuh zu finden. Das Pferd selbst gibt meistens die Auswahl, aufgrund der Hufform vor. Hat man sein Pferd erst gerade auf Barhuf umgestellt, kann sich die Huffrom so stark verändern, dass man in 2-3 Monaten neue Hufschuhe braucht. Abgesehen, dass man sie verliehren kann, können auch Teile an ihnen kaputt gehen und müssen dementsprechend ersetzt werden.

Jedes Pferd kann barhuf gehalten werden.

Diese Aussage muss ich erstmal ganz klar verneinen. Ich habe das nun oft gehört und kann es wiederlegen. Es gibt Pferde die deffinitiv nicht barhuf laufen können. Das kann mit der Grösse und dem Gewicht des Pferdes zu tun haben, mit der Hufform, der Beschaffenheit, oder mit extremen Fehlstellungen des Hufes. Es gibt einige Krankheiten, die mit der Umstellung auf Barhuf gelindert werden können. Die Barhuf Haltung kann sich positiv auf das ganze Pferd abzeichnen. Jedoch gibt es auch Krankheiten die nur aufgrund eines orthopädischen Beschlages verbessert und gelindert werden können. Wer aber von Geburt an, auf die Hufe seines Pferdes acht gibt, Fehlstellungen frühzeitig korrigieren lässt, kann sein Pferd ohne Probleme ein Lebenlang barhuf halten.

Abschlussgedanken – Pro Natur ist nicht immer Pro Pferd

Auryn und Antares (6)
Entscheide ich mich für die beste Lösung für mein Pferd, entscheide ich mich Pro-Pferd.

Um nochmals auf den Anfang meines Beitrages zurück zu kommen; Möglichst natürlich ist nicht immer das möglichst beste für das Tier. Ich schätze den Wandel den die Reiterwelt macht sehr und doch scheint sie manchmal von einem Extrem ins andere Extrem zu gehen. Ein gesundes Mittelmass, ein Blick für sein Pferd und ein Abwägen von Pro und Contra lässt einen manchmal zu Lösungen greifen, die nun Mal nicht Pro Natur sind. Sind diese Massnahmen jedoch das beste fürs Pferd und optimieren die Lebensqualität unseres Partners, ist dies ganz klar Pro Pferd. Und für Pro Pferd, sollte man sich immer entscheiden.

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3 Gedanken zu “Pro Barhuf – und warum es doch nicht immer Die Lösung ist

  1. Ich bin da genau deiner Meinung 🙂 natürlich ist sicher immer toll aber am Besten entscheidet man einfach von Tier zu Tier weil es immer Vor- und Nachteile gibt und man somit einfach das Beste für sich und sein Pferd finden muss 🙂 LG

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