Das Shivering Syndrom

Das Shivering Syndrom auch als Zitterkrankheit bekannt, ist eine Krankheit, die beim Pferd Muskelspasmen auslöst. Spasmen sind sogenannte Verkrampfungen. Pferde die davon betroffen sind, haben Mühe die Hinterhand oder Vorderhand länger anzuheben. Oftmals ziehen sie die Beine an oder strecken sie kurz nach hinten weg. In diesem Beitrag kläre ich so gut es geht über diese unerforschte und doch häufig auftretende Krankheit auf, und berichte wie ich sie bei meinem Pferd sogar lindern konnte.

Vorwort: Ich bin keine Tierärztin. Dieser Beitrag beruht nur auf meinen eigenen Erfahrungen und nicht auf medizinischen Untersuchungen.

Was sind die Symptome und wo entstehen die Spasmen?

Das Shivering Syndrom ist eine Erkrankung der Muskeln und Nerven. Sie kann bei sehr jungen Pferden auftreten, aber auch bei älteren Pferden. Meist ist diese Erkrankung auf einen Sturz auf der Fohlenweide zurück zu führen, wo sich das Pferd in der Nacken- , Hals- oder Rückenpartie verletzt hat. Diese Verletzungen müssen nicht mit Lahmheiten oder anderem einhergehen. Die Krankheit ist bei sehr grossen Pferden häufiger anzutreffen. Diese grossen Pferde sind dann oftmals in zu kurzer Zeit zu schnell gewachsen.

Ein Pferd, welches unter dem Shiverin Syndrom leidet, kann unkontrollierte Zuckungen beim Hufe aufgeben oder Rückwärts treten zeigen. Es verkrampft das Bein, welches oftmals mit einem kurzen Schweifschlagen einher geht. Die Verkrampfungen werden auch Spasmen genannt. Man vermutet, dass diese Spasmen auftreten, wenn Informationen vom Gehirn über die Muskeln und Nerven des Pferdes, an die Hinterhand gesendet werden, aber nicht vollständig ankommen. Die Muskeln können dem Befehl der Nerven nicht folgen und verkrampfen als Reaktion. Ein Pferd, welches darunter leidet gibt die Hufe nur ungerne und kann nicht lange auf drei Beinen stehen. Es können sowohl die Vorderbeine als auch (wie öfters) die Hinterbeine betroffen sein. Oftmals „treten“ solche Pferde auch zur Seite aus, was aber unter keinen Umständen als Fehlverhalten angesehen werden darf. Das Rückwärts richten kann diesen Pferden besonders zu schaffen machen. Sei es vom Boden aus oder im Sattel. Ein Shiverer geht ungerne und wenn dann meist „zuckelnd“ rückwärts. Ist das Pferd jedoch in der Vorwärtsbewegung, ist nichts zu sehen. Ein ganz wichtiger Punkt, welcher auch von Tierärzten bestätigt wurde; Die betroffenen Pferde haben keine Schmerzen. Was manchmal schlimm anzusehen ist, stört das Pferd weniger als uns.

-Was hilft?-
Grundsätzlich hilft nichts. Es gibt keine Therapie und kein Verfahren was laut Tierarzt hilft, die Spasmen zu verringern. Man kann aber versuchen, das betroffene Pferd zu unterstützen. Unten zähle ich 5 Punkte auf, die mir und meinem Pferd geholfen haben, Anfälle zu dezimieren.

Die Haltung

Da Shivering Pferde schlecht rückwärts treten können, sollte man ihnen so viel Platz wie nur möglich bieten. Sind sie in einer Box untergestellt, können Verkrampfungen öfter auftreten da sie mit der Hinterhand anstehen und sich öfter drehen müsen. Ums mehr Platz für freie Bewegung ein solches Pferd hat, umso höher ist bereits hier die Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung der Anfälle. Ein Aktiv- oder Laufstall wäre eine der besten Lösungen. Der Boden darf gerne uneben sein, mit kleinen Anhöhen und Baumstämmen, damit sie aktiv die Beine heben müssen. Jedoch sollte auch hier darauf geachtet werden, dass das Pferd genug Ausweichmöglichkeiten hat. Ist es rangniedrig und muss öfters weichen, sollte es genug Platz haben um wenden zu können.

Die Fütterung

Eine ausgewogene und auf das Pferd abgestimmte Fütterung ist das A und O. Ich kann jedem ans Herz legen, sein Pferd mittels Bioresonanz auf Futtermittelunverträglichkeiten zu testen und die Fütterung demensprechend zu optimieren. Bei uns haben sich dank richtiger Fütterung die Spasmen um ein vielfaches verringern lassen.

Hier könnt ihr Nachlesen wie vielfältig uns die Bioresonanz geholfen hat: unsere Fortschritte dank Bioresonanz

Barhuf oder Beschlag?

Ich bin grundsätzlich für die Barhuf-Haltung von Pferden. Es ist das gesündeste und natürlichste für ein Pferd. Der positive Aspekt liegt beim Shivering Pferd aber vorallem darin, dass es sich selbst besser spührt. Ausserdem muss es nicht so lange aufhalten, wie wenn es beschlagen wird. Wer sein Pferd trotzdem beschlagen hat, sollte sich einen geduldigen und erfahrenen Schmied suchen. Ist der Schmied ungeduldig oder gestresst wird sich das Pferd unter Druck gesezt fühlen, was zu vermehrten Spasmen führen kann. Ausserdem ist vor den jeweiligen Terminen zu empfehlen, das Pferd etwas aufzuwärmen. Ein Spatziergang oder 15min Schritt longieren, hilft dem Pferd ungemein.

Physiotherapie/ Osteopathie

Ein solches Pferd sollte öfters als andere Pferde von einem Physiotherapeuten oder Osteopathen angeschaut werden. Durch die Anfälle können sich im Rücken Muskeln verspannen, die regelmässig behandelt werden sollten. Es helfen aber auch Massagen auf der Kruppe, am Rücken und an den Beinen. Auch mit energetischem Putzen habe ich ganz tolle Erfahrungen gemacht.

Stressreduktion

Stress mindern! Das ist ein sehr wichtiger Punkt! Pferde mit diesem Syndrom verkrampfen oftmals in Stresssituationen. Das kann eine Hängerfahrt sein, ein unbekannter Bodenbelag oder wie vorhin schon genannt, ein gestresster Hufschmied. Wichtig ist hier Ruhe zu bewahren und dem Pferd alle Zeit der Welt zu geben. Schreck- und Planentraining können helfen, dem Pferd mehr Routine zu geben. Auch das Hängerfahren sollte geübt werden und dem Pferd langsam näher gebracht werden. Wer einen Frontausstieg Anhänger besizt hilft seinem Pferd sehr, da es nicht rückwärts vom Hänger laufen muss. Es ist ganz wichtig, sich bewusst zu machen, dass das Pferd nichts für seine Anfälle kann. Oftmals sieht es nach Unwilligkeit aus. Wenn jemand das Pferd nicht kennt, könnte man sogar meinen dass es nach einem tritt (während dem Hufe geben). Reagiert man hier mit Schimpfen oder sogar mit Handgreiflichkeiten, behandelt man seinen Partner nicht nur ungerecht sondern verschlimmert die Situation nur noch mehr. Ruhe, Gelassenheit und Verständnis sollten immer die Voraussetzung sein. Bei einem Shivering Pferd aber umso mehr.

Zukünftige Probleme

Shivering Pferde können in der Zukunft vermehrt Probleme mit der Muskulatur bekommen. Es kann eine sogenannte Atrophie entstehen. Atrophie lässt die Muskeln schwinden. Das Pferd kann sich nicht mehr selber tragen und bekommt unteranderem Probleme beim Hinlegen und Aufstehen. Diese Form wäre aber der schlimmste Fall. Es gibt Pferde die aktiv im hohen Sport laufen und sogenannte Shiverer sind. Bekannt wäre hier unter anderem das Pferd Whisper von Isabell Werth. Manchen Pferden merkt man kaum etwas an. Beim Reiten weisen sie keinerlei Probleme auf, lediglich beim Hufe geben. Grundsätzlich gibt es bestimmt schlimmere Erkrankungen als diese, jedoch muss man sich dieser Krankheit bewusst sein und auf sein Pferd acht geben.

Ich höre vermehrt von Pferden die davon betroffen sind, und doch scheint diese Krankheit sehr unerforscht zu sein. Dieser Beitrag beruht nur auf meinen eigenen Erfahrungen. Ich kann lediglich berichten was uns geholfen hat. Jedoch mit der Hoffnung, dass es anderen auch hilft.

>> Wer ebenfalls ein Pferd mit diesem Syndrom bestizt, oder Erfahrung mit solchen Pferden hat, darf mir gerne eine E-Mail schreiben. Ich würde mich freuen mit betroffenen Personen darüber zu reden. Unter dem Menü-Punkt „Gastbeitrag“ findet ihr ein Kontaktformular über das ihr mich erreichen könnt.

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18 Gedanken zu “Das Shivering Syndrom

  1. Lena

    Hallo,
    ich bin gerade dabei meinen Shiverer und gleichzeitig PSSM´ler in den Offenstall umzusiedeln. Er braucht sehr lange bis er sich an etwas neues gewöhnt. Nach 6 Jahren steht er endlich gerne draußen 🙂
    Er hat oft am Fesselkopf und vorne kleine Macken, ich vermute das es vom aufstehen/hinlegen kommt. Hat da noch jemand Erfahrungen mit? Bin am überlegen Nachts Stallgamschen drauf zu machen solange er noch Nachts in der Box ist.

    Liebe Grüße
    Lena

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  2. Leoni K.

    Hallo,
    toller Bericht und ich habe auch ein Shivering-Pferd. Mein mittlerweile 9-jähriger Hannoveranerwallach, der seit über 4 Jahren in meinem Besitz ist, hat auch an der Hinterhand Shivering. Habe ich damals schon bei der Ankaufsuntersuchung diagnostiziert bekommen und ihn trotzdem gekauft, da ich nur Freizeitreiter bin. Er fällt ein bisschen aus dem Muster raus, da er nicht besonders groß ist, Stockmaß ist so um die 165cm. Allerdings ist er ein sehr großrahmiger langbeiniger „Dackel“ von Pferd, also nicht optimal gebaut.
    Bei ihm zeigt es sich ganz deutlich beim Ablegen zum Wälzen, da knickt er ganz merkwürdig gleichzeitig vorne und hinten ein, die ganze Hinterhandmuskulatur zittert und dann macht es Plumps bis er liegt, Aufstehen klappt aber zum Glück besser.
    Krämpfe wenn er rückwärts treten muss sind sehr selten geworden und unter dem Sattel läuft er ab und zu ein paar sehr schöne Tritte rückwärts. Natürlich nehme ich Rücksicht auf seine Erkrankung und übertreibe es nicht, aber wenn er die Lektion von sich aus anbietet, warm ist und geschmeidig nach hinten tritt, merkt man kaum etwas von der Krankheit. Allerdings läuft er sehr typisch für ein Shiveringpferd wenn ich ihm am Putzplatz rückwärts oder seitwärts schicke oft sehr breitbeinig und unsicher, zieht die Hufe arg hoch oder schwankt und fällt fast um.
    Ich habe auch gemerkt, dass er kälte- und windempfindlich ist. Unsere Pferde stehen eigentlich in Robusthaltung ohne Decke draußen (außer wenn es wirklich harte Minusgrade hat), aber der Herr bekommt eine Extrawurst und die Regenjacke angezogen.
    Auch finde ich, dass ihm regelmäßige Dressurarbeit sehr gut tut, je mehr Muskulatur, desto besser. Er hat relativ viel Talent und lässt sich wunderbar auf die Hinterhand setzen, also in der Vorwärtsbewegung ist er wirklich überhaupt nicht gehandicappt. Einen schönen Sprung macht er auch, manchmal hört man ja, Shiveringpferde könnten nicht springen. Klar, ein S* schafft er vielleicht nicht, aber für Otto Normalreiter reicht es völlig aus.
    Ich finde es immer interessant, über Shivering zu lesen, da es ja doch noch ziemlich unerforscht ist.
    Liebe Grüße vom Fuchs und mir!

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  3. Karina

    Liebe Sophie,
    ich habe deinen Beitrag gerade erst gelesen. Wir haben seit 8 Jahren eine jetzt 12-jährige Shivering-Stute. Beim Kauf war uns das nicht bewusst, da sie vom Typ schon eher nervig war, also ein blütiges Sportpferd. Schnell fiel aber auch, dass sie Probleme beim Hufe geben hat und beim engen wenden hinten nicht kreuzen kann. Die Stute ist sehr guckig und ängstlich, das schoben wir anfangs auf das junge Alter. Sie war immer schwer zu Händeln, aber im Pacours gab sie immer 100 %. Sehr ehrgeizig und konzentriert. Mittlerweile ist ihr Zustand wesentlich schlechter. Sie wurde immer schonend geritten mit Schwerpunkt lockerer Dressurarbeit, weil sich schnell raus stellte, dass ihr das gut tut und entspannt. Dazu muss man sagen, dass die ersten 10 Minuten auf dem Platz immer schwer sind. Obwohl sie jeden Tag dort läuft, meint man es wär ihr alles fremd. Sie guckt, blockiert, rennt los… bis sie entspannt läuft, braucht es immer min 15 Minuten. Es gibt aber auch Tage, da beruhigt sie sich gar nicht. Dazu war es auch schon immer so, dass sie im fellwechsel extrem abbaut. Heute hat sie bereits Arthrose in der HWS (mehr haben wir noch nicht röntgen lassen), ist eher vorhandlastig und schlecht bemuskelt. Ich habe das Gefühl, dass der Krankheitsverlauf sehr stark fortgeschritten ist und ziehe in Erwägung das Pferd „in Rente“ zu schicken. Wir haben so viel versucht… sie geht jeden Tag auf die Wiese, bekommt gutes Futter und ausgewogenes Training. Eine Zeit lang hatten wir großen Erfolg mit „Pavo Nerv Control“, aber der Effekt war von einem auf den anderen Tag weg… ich bin wirklich verzweifelt. Zum Springtraining war sie lange nicht mehr mit, weil ich ihr das nicht zumuten möchte. Sie muss auch nicht „in den Sport“, aber ich würde sie gerne locker reiten können, ohne dass ich das Gefühl habe, dass ich ihr damit keinen Gefallen tue. Ausreiten geht übrigens gar nicht… ich freue mich über Feedback.

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  4. Bettina Fett

    Hallo.
    Ich bin zufällig auf dieser, sehr interessanten, Seite gelandet. Ich recherchiere immer mal wieder über Shivering, weil ich die Befürchtung habe, dass mein Pferd evtl. auch daran leiden könnte. Mein Tierarzt, den ich bereits darauf angesprochen habe, meinte lediglich, er glaubt nicht, dass mein Filou daran leidet, er sei lediglich etwas unsicher.
    Ich habe Filou vor 1 1/2 Jahren fünfjährig gekauft. Damals hatte er bereits ein Stockmass von 1,78 m, mittlerweile hat er die 1,80 m geknackt. Er hat schon immer das Problem beim Geben des rechten hinteren Hufes. Anfangs schob man es auf mangelnde Balance, aber mittlerweile (7jährig und regelmäßig geritten) sollte er ja die Balance gefunden haben. Teilweise gibt er den Huf, zieht diesen aber sofort wieder weg und versucht mit der Vorhand einen sicheren Stand zu finden. Das kann soweit gehen, dass wir zum Kratzen dieses Hufes bis zu 3 Anläufe brauchen. Ein andermal gibt er den Huf ohne Probleme. Ich habe herausgefunden, dass er am wenigsten Probleme hat, wenn ich in aller Ruhe vorgehe und diesen Huf als letzten auskratze. Beim Hufschmied das selbe Bild, er zieht den Huf häufig weg und versucht vorne auszugleichen.
    Den linken Hinterhuf gibt er ohne Probleme.
    Beim Rückwärtsrichten fällt auf, dass er die Hinterhand sehr breitbeinig bewegt, aber er geht rückwärts.
    Wenn er sich in seiner Box dreht, sieht das sehr „umständliche“ aus, seine Hinterhand ist immer sehr breitbeinig und er dreht sich seltsam ruckartig.
    Beim Reiten ist er eher triebig, wobei er auch sonst eher ein „Kaltblut-Gemüt“ hat.
    Könnte es tatsächlich sein, dass mein „Riesenbaby“ an Shivering leidet? Durch welche Untersuchungen durch den Tierarzt kann diese Krankheit festgestellt werden?
    Ich würde mich über Antwort freuen, ich mache mir sorgen um meinen Schatz.
    Vielen Dank im Voraus,
    Bettina

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    1. Hallo Bettina
      Vorweg ich möchte mir nicht zumuten eine Diagnose zu erstellen, dennoch hört es sich für mich nach leichtem Shivering an. Kein Grund zur Sorge, wie du schon selber festgestellt hast, kann man mir Ruhe und Gelassenehit, sowie Vertrauen, dem Pferd ungemein helfen. Lass ihm weiterhin Zeit sich zu sortieren bis er bereit ist seinen Huf zu geben.

      Ich gehe davon aus, dass du der Physio und/oder Osteo auch bereits sein Problem geschildert hast. Konnten sie dir mehr dazu sagen?

      Meine Tierärzte sagten bei meinem Pferd, dass die Symptome eindeutig fürs Shivering sind. Darum versuche ich meine Erfahrung zu teilen. Ich hätte mit ihm damals in eine Klinik fahren könne für weitere diverse Testungen. Diesen Stress wollte ich ihm aber nicht antum und es hätte ja am ganzen nichts geändert. Per Bioresonanz wurde mir später aber bestätigt, dass es Shivering ist. Wo das Problem genau ligt also ob im Nacken, Hals, Rückenbereich, kann ich nicht genau sagen. Meiner war mit 7 Jahren aber bereits 1.84m gross und ich bin fest davon überzeugt dass er zu schnell gewachsen ist.

      Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass wenn der Körper meines Pferdes komplett im Einklang mit sich selbst ist, die Symptome praktisch weg sind. Er hatte eine leichte Schwermetallbelastung, sowie ein paar Zipperlein mit der Niere und der Leber. Diese habe ich gezielt durch entgiften versucht zu lösen. Die Erleichterung des Körpers war so deutlich dass er beim Hufschmied (wir haben leider Eisen) nicht einmal getreten hat!

      Ich kenne das „Breitbeinige“ rückwärts gehen auch sehr gut. Auch wenn er sich im Offenstall wendet sieht dass oftmals tollpatschig und unbeholfen aus. Es ist spannend, wie er sich immer wieder Wege sucht, die es für ihn einfacher machen.

      Verkopf dich nicht und bleib weiterhin mit viel Geduld bei deinem Pferd. Lass eventuell eine Osteo oder Physio kommen und frag nach deren Meinung.

      alles Liebe, Sophie

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  5. Marlene

    Hallo 🙂

    danke für deinen Bericht Sophie 🙂

    Ich hab mir vor einem Jahr mein Traumpferd „Ewald“ gekauft. 7 Jahre jung, Niederländisches WB, 173 groß, lange Füße, ein richtiges Sportpferd.
    Als ich ihn das erste Mal sah- wusste ich- DAS ist er! Und schon in der Box des Verkaufstalles bemerkte ich sein Zittern der Vorderfüße und der Unterlippe, wenn er den Kopf Richtung Boden sank. Beim Probereiten natürlich keine Auffälligkeiten. Ich kaufte ihn.
    Bei mir Zuhause steht er mit seinem Shetty Kumpel über Nacht in der Box, sie haben genügend Platz und nachdem ich 2 Heustationen habe (Ein Heuballen und eine Futterkrippe mit Heunetz) sind sie auch in der Box ständig in Bewegung. Sie kommen jeden Tag raus auf die 1-2ha große Weide (außer es stürmt und regnet ganz stark). Auch im Winter sind sie immer draußen (Ihnen steht 24h Heu zur Verfügung). Mineralfutter bekommen sie nicht, sie haben aber einen Salz und Mineralleckstein zur Verfügung. Ich bin noch auf der Suche nach einem geeigneten Mineralfutter, da ich endlich mal einen Bluttest machen sollte.
    Beim Hufe geben hat er so gut wie keine Probleme mehr, als ich angefangen habe die Hufe immer in der gleichen Reihenfolge zu heben. Als erstes vorne links, dann vorne Rechts, dann links hinten und dann rechts hinten, es genügt ein kleine Schnalzen mit der Zunger und er hebt die Füße von alleine, nicht ruckartig und ganz ruhig, wie ein normales Pferd, er stellt sie auch ganz normal ab und stampft nicht Richtung Boden, wie es die meisten Shiveres machen.
    Doch sobald er angebunden wird, bekommt er Stress und zittert mit der Unterlippe. Der Stress führt wahrscheinlich daher, dass ich ihn am Anfang angebunden habe, damit ich den kleinen aus der Box bekomme. Danach habe ich ihn natürlich gleich wieder losgebunden. Inzwischen ist nur ein paar Sekunden Stress + Zittern, da ich geübt habe.
    Beim Hufschmied ist es so, dass ich ihn am Halfter halte, da er sich besser ausbalancieren kann, wenn er etwas mehr Raum nach hinten hat. Mein Hufschmied ist Gott sei dank sehr geduldig, obwohl Ewald jetzt nicht wirklich Probleme hat auf 3 Beinen zu stehen. Ich denke bei ihm spielt sich das wirklich im Kopf ab, denn es macht wirklich einen großen Unterschied ob er angebunden ist oder „frei“ steht. Beim Aufsatteln oder putzen (angebunden) steht er allerdings brav wie ein Esel. Rückwärtsrichten ist absolut kein Problem, sowohl vom Sattel als auch vom Boden aus, steigt er höchst motiviert und im klaren Schritt rückwärts.
    Wenn er einen „Anfall“ hat, zittert seine Unterlippe, er steigt vorne etwas unkontrolliert und hebt und senkt seinen Kopf ein wenig ungeschickt.
    Und er zittert kurz vor dem ablegen.
    Mehr „Einschränkungen“ hat er nicht, mir ist nur aufgefallen, dass es schlimmer wird wenn er nicht gearbeitet wird. Ich hab auch mal gehört, Shiverer können nicht springen, meiner liebt Cavalettiarbeit und kleine Sprünge meistert er schon super (er war nu freizeitmäßig angeritten worden)
    Ich bin ambitionierter Freizeitreiter und möchte mit Ihm in den Turniersport gehen, da er ein absolutes Dressurass ist 🙂

    Bezüglich Fütterung – ich hab mal B-Vitamin Komplex gefüttert, es hat sich zwar nicht um 100% verbessert, aber das Zittern der Unterlippe war weniger – jedoch könnte das bei Ihm auch einfach auf die Allgemeinsituation sein – dass er einfach entspannter war…

    So das sind meine Erfahrungen mit meinen Ewald 🙂

    Freue mich auf Tipps usw..

    lg
    Marlene

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  6. Sandra Lawrenz

    Hallo, habe heute das erste Mal von dieser Krankheit gehört. Ich habe einen 21jährigen Westfalen. Seit ca 3 Jahren hat er seltsame Symptome. Keiner konnte mir bisher weiterhelfen. Er „tanzt“ und schiebt sich oftmals wie ein Rehepferd auf die Hinterbeine, so dass er fast umfällt. Dabei zittert seine Unterlippe extrem. Wenn ich dann beruhigend auf ihn einrede und ihn klopfe steht er oftmals urplötzlich ganz still da. Wenn er geritten wird ist er ganz normal. Laut Klinik hat er leichte für das Alter nicht untypische Arthrose in den Vorderbeinen. Kann das auch shivering sein? LG Sandra

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    1. Hallo Sandra
      Ich bin ehrlich gesagt überfragt. Die Symptome welche du beschreibst hören sich für mich nicht direkt nach Shivering an. Wie läuft er den Rückwärts? Wie verhält er sich beim Hufe geben? Hatte er vor 3 Jahren einen Unfall gehabt? Du schreibst, dass er „tanzt“, kannst du das genauer erklären? Hat er die Arthrose in den Vorderbeinen? Kann es sein, dass er durch die Gewichtsverlagerung seine Vorderbeine zu entlasten versucht?

      Gute Besserung deinem Pferd!
      liebe Grüsse Sophie

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  7. Sandra

    Hallo*,
    ich finde es super diesen Beitrag gefunden zu haben. Ich habe auch ein Pferd das von Shiverin betroffen ist. Er ist ein mittlerweile 24 jähriger Trabber. Als er ca. 6 Jahre war hat das Shiverin bei ihm angefangen…Damals wusste niemand was er hat und der Tierarzt hatte dann irgendwann keine Idee mehr was wir machen können und hat mir empfohlen ihn einzuschläfern….Das mussten wir aber zum Glück nicht machen und wir haben es wieder sehr gut wieder in den Griff bekommen….Jahrelang hatte ich aber trotzdem viele Tierärzte, Physiotherapeuten,….da und jeder hatte eine andere Diagnose aber niemand wusste wirklich was es ist…..Bis vor ca. 5 Jahren hatte der erste Tierarzt wirklich die Diagnose Shiverin gestellt und darauf hin habe ich mich dann auch im Internet,…darüber schlau gemacht.
    Wie gesagt, zum Glück hatten wir nie groß Probleme nachdem wir den Anfangsschub (und Schock) in den Griff bekommen haben….Gott sei Dank.
    Nur jetzt mache ich mir etwas Sorgen ob es sich im Alter evtl. doch verschlimmern kann, da er jetzt leider innerhalb 1 Monat zwei schlimme „Anfälle“ hatte die am nächsten Tag zwar zum Glück wieder weg waren, aber ich mach mir trotzdem ziemliche Gedanken. Ich habe auch irgendwie das Gefühl, daß es immer zwei Tage nach dem Longieren schlimmer ist…
    Hat jemand von Euch da Erfahrungen ob es mit dem Alter schlimmer wird und ob evtl. bestimmte Trainingsmethoden sehr schlecht sein können bzw. ob es sehr gute gibt? Im Internet habe ich auch sprezielles Futter für Shivering Pferde gefunden. Ist nur sehr teuer 😦 Hat da evtl. jemand Erfahrungen mit solchen Zusatzfutter? Wenn es etwas hilft würde ich das Geld sehr gerne ausgeben – ich möchte es nur nicht unbedingt „zum Fenster raus schmeißen“.
    Für alle Tipps und Erfahrungen bin ich Euch schonmal super dankbar….

    Liebe Grüße

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    1. Hallo Sandra,
      vielen Dank für deinen Kommentar und danke, dass du so offen über dein Pferd erzählst!
      Ich selber kenne 2 Pferde welche 28 und 26 Jahre alt sind und unter dem Shivering „leiden“. Die Besitzer beschreiben genau die gleichen Muster wie du sie beschreibst. Mal ist es besser und mal etwas schelchter. Bei ihnen scheint es auch Schubweise zu kommen. Ich selber merke es bei meinem Pferde vorallem jetzt in der kalten Jahreszeit. Er zuckelt ziemlich oft am Putzplatz herum und das obwohl er nur vom einen Bein auf das andere entlastet. Ich schiebe es auf die kälteren Temperaturen.
      Eine Freundin hat mit Teufelskralle gute Erfahrungen gemacht bezüglich Shivering. Eine andere gibt ihrem Pferd schon seit Jahren ein Medikament vom Tierarzt (ich weiss den Namen gerade nicht). Ich selber habe wie du oben schon gelesen hast, gute Erfahrungen mit dem regelmässigen Austesten mittels Bioresonanz gemacht. Ich denke es ist wichtig zu Wissen welche Mineralien vom Pferd benötigt werden, welche Unterstützend sind und welches Futter schlichtweg überflüssig ist. Hast du Mal geschaut, ob dein Pferd andere Mineralien braucht? Eventuell hilft auch eine Kur mit Kräutern? Vorallem im Jahreszeitenwechsel benötigen Pferde doch oftmals ein ganz anderes Mineral für ihren Haushalt. Ein Bluttest würde auch Aufschluss geben über die Situation im Körper deines Pferdes.
      Vielleicht haben andere Leser aber auch noch Ideeen und Vorschläge.
      liebe Grüsse, Sophie

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  8. T. O.

    Hallo Lena,

    auch ich bedanke mich für deine Ausführungen, die ich als Eigentümerin eines Shivering-Pferdes so unterschreiben kann.

    Auch die Feststellung, dass es bei Wetterumschwüngen „schlimmer“ wird, teile ich.

    Was meiner Erfahrung nach das Wichtigste ist, ist der Muskelaufbau. In meinem Falle der Hinterhand.

    Hier hilft mir sehr, dass wir an den Reitstall angeschlossen eine „Wasserführanlage“ haben. Seit mein „Hugo“ da regelmäßig drin bewegt wird, sind seine Symptome so gut wie weg. Natürlich ersetzt dies anderweitige regelmäßige Bewegung nicht, aber es hilft, meiner Meinung nach, die Muskeln aufgrund der natürlichen Bewegung (ohne Reiter) aufzubauen.

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    1. Hallo T.O.

      Der Muskelaufbau ist mit das Wichtigste, da gebe ich dir Recht. Dass man darauf achtet sein Pferd muskulär aufzubauen finde ich eine Voraussetzung fürs Reiten bei jedem Pferd. Ob Shivering Pferd oder nicht.

      Spannend ist deine Erfahrung mit der Wasserführanlage. Finde ich sehr interessant!

      Danke für deinen Kommentar.

      liebe Grüsse Sophie

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  9. Anna Niemczyk

    Hallo, ich habe noch einen Aspekt dazu, ich kannte mal ein Pferd das auch ein Shiverer war. Wenn er gefördert wurde, war alles relativ prima. Ansonsten hatte er aich beim reiten insofern Schwierigkeiten, dass immer nach vorne gestürmt ist, um sich auszubalancieren und zu koordinieren.
    Das sollte man finde ich auch beachten, dass sie durch die Koordinationsschwierigkeiten mal auch Probleme beim reiten zeigen können.

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    1. Hallo Anna,
      danke für deinen Kommentar. Interessante Feststellung, die du gemacht hast. Mir selbst ist das noch nicht aufgefallen, mein Pferd ist aber auch nur leicht betroffen. Danke aber, dass du deine Erfahrung hier teilst!
      alles Liebe, Sophie

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  10. Lena

    Vielen Dank für den informativen Beitrag. Ich habe einen Shiverer und habe gefühlt alles gelesen, was es darüber gibt, habe aber trotzdem keine Antworten auf alle Fragen.
    Was ich aus meiner Erfahrung hinzufügen würde. Shiverer scheinen wetterfühlig und kälteempfindlich zu sein. Wenn die ersten Kalten Tage kommen verschlimmern sich die Symptome. Für mich heißt früh eindecken, auch wenn noch keiner es macht.

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    1. Hallo Lena,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Beim Eindecken geht es mir gleich wie dir. Meiner trägt auch bereits über Nacht eine winddichte Decke. Danke dass du das Thema erwähnst. Magst du mehr über dein Pferd erzählen, also Alter, wie schlimm er betroffen ist etc.? Es interessiert mich, da ich nicht oft von anderen Betroffenen höre.

      alles Gute für dich und dein Pferd, Sophie

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  11. Pingback: Über die Wertschätzung von Kleinigkeiten – silberpferd

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