Gastbeitrag: Fortsetzung Norina – Meine Lebensaufgabe!

Die Fortsetzung von Manuelas Gastbeitrag geht weiter!
Wer sich vorab Teil eins nochmals durchlesen möchte kann auf den folgenden Link klicken: Gastbeitrag: Norina – meine Lebensaufgabe!

Norina konnte ich nun mein Eigen nennen. Die OP stand uns jedoch noch bevor!

Norina wurde unter Vollnarkose ein sogenanntes «Fenster» am Oberkiefer gemacht und der Zahn wurde von aussen mit dem Meissel aus ihrem Maul «ausgestempelt». Die OP überstand sie gut und alles verlief ohne Komplikationen. Dennoch musste sie noch fast zwei Wochen in der Tierklinik stationiert  bleiben, damit man ihr mehrmals täglich die Kieferhöhle durchspülen konnte. Damit kein Futter von der Maul- in die Kieferhöhle gelangen konnte, wurde ihr ein Technovit (Zahnersatz) in die Zahnlücke gesetzt.

 

Das Eitern hört nicht auf…

Zuhause angekommen, wollte das Eitern einfach nicht aufhören, obwohl der Übeltäter entfernt wurde. Norina schmierte den Eiter überall an den Boxenwänden ab. Diesen bestialischen Geruch werde ich wohl ein Leben lang nicht vergessen. Erneut wurde zur Nachbehandlung Antibiotika verschrieben. Ausserdem musste ich täglich mittels einer Spritze ihr Maul spülen um die Wundheilung zu unterstützen und um hängengebliebenes Futter aus der Lücke zu bekommen.

Die Wunde am Kopf fing langsam an abzuheilen und sich zu schliessen. Leider aber hatten wir die Eiterproblematik nach weiteren 2 Wochen noch immer nicht im Griff und ich rief im Tierspital an. Die Ärzte meinten, dass ich Norina so rasch als möglich wieder zu ihnen bringen soll, um erneut von aussen die Kieferhöhle durchzuspülen. Was hiess, dass man ihr wieder ein „Fenster“ stanzen würde. Weil ich ein ausgeprägter Bauchgefühls-Mensch bin, konnte ich dem aber nicht folgen. Mein Gefühl sagte mir klar, dass ich sie nicht mehr ins Tierspital bringen würde um ihr erneut den Eingang am Kopf öffnen zu lassen. Die Wunde war mittlerweile doch so schön zugeheilt.

 

Hilfe aus dem Pferdeforum

Ich bin schon seit Jahren Ehrenmitglied in einem Pferdeforum. In meiner Verzweiflung schilderte ich die Problematik dort und so kam es, dass sich eine Homöopathin bei mir meldete, welche uns helfen wollte. Dankend nahm ich die Hilfe an. Das Ergebnis war der Wahnsinn. Man konnte beobachten, wie der Eiter sich täglich in der Farbe und Geruch veränderte. Nach ein paar Tagen war dann das Thema erledigt. Als ich mich dann erneut im Tierspital meldete um mitzuteilen, dass ich Norina nicht mehr hinbringen werde, hatten diese nur ein müdes Lachen für mich übrig, als ich sagte, dass ich das Problem mit Globuli in den Griff bekommen habe. Nach dieser Geschichte fragte mich schliesslich die Homöopathin an, ob ich für ihre Homöopathen-Zeitung einen Bericht schreiben würde – was ich dann auch tat. Endlich hatten wir es geschafft und ich war überglücklich.

Die Odyssee geht weiter…

Norina4

Es wäre doch aber zu schön gewesen um wahr zu sein. Nicht lange Zeit danach, hatte Norina ein kleines, wundes Fleckchen am Fesselkopf. Es sah so aus, als hätte sie sich irgendwo verletzt. Ich nahm es zur Kenntnis und schenkte dem keine grossartige Beachtung. Die Bombe begann zu ticken! Täglich wurde dieser Fleck grösser und grösser und es entwickelte sich eine fürchterliche Mauke. Norinas Stoffwechsel war durch die vielen Medikamente total aus dem Ruder gelaufen.

Wie man es halt so macht, habe ich den Tierarzt geholt. Das Bein wurde abgeschoren und es wurde mir empfohlen die Krusten jeweils einzuweichen, aufzukratzen (Bakterien) und mit Zinksalbe zu behandeln. Die nächste, noch viel schlimmere Krankheits-Odyssee begann. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer. Die Wunde wurde nässend und das Bein schwoll um das Vielfache an. Die Haut konnte man praktisch abziehen und es wanderte vom Fesselkopf bis hoch zum Sprunggelenk. Norina hatte einen Einschuss nach dem anderen und sie fing an sich Hahnenfüssig zu bewegen. Ich hattte ein Dauerabo beim Tierarzt. Der Tierarzt meinte schliesslich, dass sie doch schon ein gutes Alter hätte und er nicht glaube, dass man das noch in den Griff bekommt. Er meinte weiter, dass hier wohl nur noch der emotionale Wert entscheide ob ich das Pferd nicht lieber gehen lasse…

 

Alternativ Medizin

Selbstverständlich wäre das niemals für mich in Frage gekommen und ich habe weitergekämpft. Erneut musste ich merken, dass ich mit der Schulmedizin auf dem Holzweg bin und konzentrierte mich schliesslich voll auf alternative Methoden. Bei einer Heilpraktikerin, welche mir meine Osteopathin empfohlen hatte, liess ich Norina mittels Haar- und Speichelanalyse durchtesten. Es wurden x toxische Belastungen, Leber-/Nierenbelastung, Bakterien, Mängel und ein Impfschaden festgestellt.

So wurden Leber und Niere entgiftet und schliesslich Schritt für Schritt auch alle anderen Baustellen angegangen.

Heilung kommt von Innen (Ursache) und nicht von Aussen (Symptom).

Ich habe mir in dieser Zeit sehr viel Wissen aneignen können und darf mich heute schon fast selbst Doktor nennen 😉 . Ich habe Kurse in Osteopathie, Biomechanik und in diversen Alternativen Gebieten gemacht, sehr, sehr viel gelesen und immer wieder alles hinterfragt. Ich habe gelernt, dass z.B. gerade Hautgeschichten meistens im Zusammenhang mit der Leber stehen. Die Leber widerum mit dem Immunsystem. Es hilft also nichts, an der Haut rumzufummeln, weil diese lediglich das Symptom zeigt und nicht die Ursache selbst ist. Die Leber zeigt sich auf der Haut. Es hat also alles einen Zusammenhang und es können verschiedenste Probleme durch eine oder verschiedene Ursachen entstehen. Man muss das Pferd immer als Ganzes betrachten!

Aufgrund des geschwächten Immunsystems folgten neben der Maukegeschichte noch so viele andere gesundheitliche Probleme. Das Rad begann sich zu drehen. Ich könnte wohl Bücher schreiben. Da waren z.B. Husten (vorallem im Fellwechsel), Koliken, Allergien, neurologische, körperliche Probleme, Abszesse, Futterunverträglichkeiten etc. Ich müsste einen eigenen Blog schreiben um alles zu erzählen…

Norinas Mauke heilte endlich, weil ich sie Pferd sein liess!

Norina war früher ein beschlagenes Boxenpferd. Heute lebt sie Bahrhuf (Entgiftung geht über die Hufe) im Offenstall. Die Maukegeschichte begleitet mit all den anderen gesundheitlichen Problemen, zog sich über sage und schreibe 2 Jahre. Die Zahngeschichte war nur der Anfang des Ganzen. Nach ca. 6 Monaten Austesten und Behandeln, entschied ich mich mit den neu gewonnenen Erkenntnissen, Norina einfach einmal Pferd sein zu lassen und brachte sie für weitere 6 Monate auf eine Rekonvaleszenzweide. Die Auszeit hat Norina geheilt und mir den nötigen Abstand gegeben, selbst wieder zu Kräften zu kommen und mein Pferd nicht mit meinen negativen Gefühlen noch zusätzlich zu belasten.

Ich habe mich über diese Jahre oft gefragt, mit was ich das verdient habe und warum es einfach nie ein Ende findet mit den ganzen gesundheitlichen Problemen. Sehr oft hatte ich Tiefpunkte, war ausgelaugt und konnte einfach nicht mehr. Eine weise Pferdefrau mit welcher ich auch heute noch in Kontakt stehe, trichterte mir immer wieder ein, dass dies alles für etwas gut ist und ich es irgendwann verstehen würde. Damals dachte ich, dass die gut reden kann und ich nun Weissgott nicht wüsste, was an dem Ganzen gut sein soll…

Heute ist Norina 26,5 Jahre(!!) alt und heute habe ich die Botschaft der weisen Pferdefrau verstanden. «Um ein Problem zu beheben, muss es erst mal erkannt werden». Ich bin Norina unendlich dankbar. Ohne sie und ihre Probleme, hätte ich heute nicht dieses unbezahlbare Wissen. Sie hat mich quasi dazu gezwungen, die Augen zu öffnen, Dinge zu hinterfragen (nichts ist so, einfach weil es so ist), lernen das Pferd zu lesen, Probleme verstehen und Lösungen zu finden.

Es macht mich unglaublich glücklich und dankbar, dass ich durch meine Norina, heute immer wieder vielen anderen Pferdemenschen weiterhelfen und diese motivieren kann.

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Ein Gedanke zu “Gastbeitrag: Fortsetzung Norina – Meine Lebensaufgabe!

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