Blogeintrag Nr. 10 Springstunde gebisslos mit dem LG-Zaum!

Blogeintrag Nr. 10
Der Titel könnte genau so gut „Mein Pferd hat meinen grossen Traum wahr gemacht“ oder „Mut und Anders sein wird belohnt“ heissen. Aber ich wollte das ganze etwas offensichtlicher machen. Wie der Titel schon aussagt, wir waren gebisslos in der Springstunde. Mein Vertrauen in mein Pferd wurde belohnt und es hat wahnsinnig Spass gemacht.

kurzes Vorwort

Liebe Leser, ihr wisst ja dass sich mein Blog um ein faires miteinander mit dem Partner Pferd dreht. Ein faires miteinander muss nicht zwangsweise auf gebisslosem Reiten basieren. Ein faierer Umgang beginnt für mich schon bei ganz kleinen Dingen, aber das ist ein anderes Thema. Mir persönlich ligt es dennoch sehr am Herzen gebisslos zu Reiten. Das ist einfach meine persönliche Einstellung.

Auryn und ich waren schon oft gebisslos Ausreiten; Schritt, Trab, Galopp. Es war eine Selbstverständlichkeit für ihn, aufmerksam zu sein und auf meine Hilfen zu reagieren. Im Allgemeinen hat sich unsere Beziehung zu einander sehr vertieft. Je mehr Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten ich ihm gab (und noch gebe), umso mehr hat er sich dazu entschieden bei mir zu bleiben.

Im letzten Blogeintrag habe ich mehr dazu geschrieben. Hier wäre der Link für diejenigen, die es interessiert: Blogbeitrag Nr. 8 Update gebissloses Reiten

Die Springstunde

Nun zum eigentlichen Thema dieses Blogeintrages. Als ich in den Stall kam war ich nervös. Das bin ich oft vor Reitstunden aber besonders vor Springstunden. Da das gebisslose Reiten wirklich gut funktionierte und wir schon mehrere Wochen kein Gebiss mehr drin hatten, war für mich klar, dass ich wie bis anhin mit dem LG-Zaum reiten würde. Ich sah keinen Grund Auryn wieder mit Gebiss zu Reiten. Klar, Auryn lässt sich mit Gebiss im Notfall besser kontrollieren, aber mein Vertrauen in ihn war so gross dass ich einfach wusste – er würde auf mich aufpassen.

Wir liefen vom Stall los und durchquerten das Dorf. Der Springplatz ligt ganz in der Nähe von unserem Stall. Beim Reitplatz angekommen war viel los. Für Auryn gabe es viele Eindrücke. Spielende, Hunde, wiehernde Pferde, Kinder die im Garten herumliefen und zudem eine Mutterstute mit ihrem Fohlen welche gerade von der Weide herein kam. Auryn war aufgeweckt und interessiert, aber er wirkte nie unsicher. Ich lief wie immer erstmal ein paar Runden über den Platz. Zeigte ihm alle vermeintlich gruseligen Ecken und auch schon ein paar Unterbauten der Sprünge. Dann stieg ich auf. Alle Nervosität die sich bis dahin in mir angesammelt hatte blieb zurück auf dem Boden. Ich war glücklich. Ich war „zuhause“.

Frage an euch: Kenn ihr dass, wenn ihr aufsitzt und ihr fühlt euch geborgen und sicher? Schreibt es mir in die Kommentare, wenn ihr mögt!

Mein Reitlehrer kam kurz darauf zum Springplatz geradelt und beäugte ersteinmal meinen neuen Zaum. Er sagt nichts gross dazu. Ich denke er wollte einfach abwarten wie wir damit zurechtkommen würden. Dann ging es auch schon ans warm reiten. Das machen wir meist für uns. Immer wieder Mal gibt es kleine Korrekturen vom Reitlehrer. Ich ritt Auryn wie immer mit langem Zügel warm. So kann er sich strecken und dehnen. Ich nehme immer wieder leichten Kontakt auf um zu schauen wie weit er schon ist, und ob er schon etwas in Anlehnung laufen möchte.

Er liess sich heute super Reiten und war ganz weich zu sitzen. Ich fühlte mich sehr wohl und sicher – wie immer in letzter Zeit. Der Galopp klappte auch sehr gut. Auryn hatte ein gutes Grundtempo, galoppierte schön durch und war dazu noch ganz weich an der Hand. Im Galopp folgten dann die ersten Cavaletti Sprünge und Galoppstangen.

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Ein Cavaletti aus dem Galopp                                                             Foto: Silke Jürgensen

Dann kamen wir auch schon zu den Einzelsprüngen. Hier schaute er die Unterbauten etwas an und machte sich sehr rund über dem Sprung, war aber immer sehr mutig und sprang alles. Ich platzte vor Stolz. Zu meiner grössten Überraschung stand plötzlich meine Mutter am Rand des Platzes und winkte mir zu.

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gruseliger Unterbau – lieber etwas höher drüber Springen!                          Foto: Silke Jürgensen

So ging es noch über einige kleine Sprünge, über eine Gymnastikreihe und am Ende gab es wie immer einen Parcour, bestehend aus Gymnastiksprüngen, Einzelsprüngen sowie einer Kombination bestehend aus zwei Steilsprüngen. Als wir den letzten Sprung überquert hatten konnte ich nicht mehr aufhören zu grinsen und mir kullerten sogar ein paar Tränen übers Gesicht. Ich war so unglaublich stolz auf meinen Grossen! Er war ein absolutes Verlasspferd, trotz Kinder die im Garten spielten, den Hunden auf dem Misthaufen, dem einen Traktor der Gras auslud – Auryn war einfach der Wahnsinn.

Ich habe leider 2x den Fehler gemacht und bin zu Nahe an den Sprung geritten, aber auch hier wurde ich von Auryn gerettet der trotzdem sprang, anstatt stehen zu bleiben. Mein Reitlehrer war begeistert. Wir waren noch nie so gut wie heute. Die Sprünge die wir sprangen waren nicht wirklich hoch. Die Höhe spielt aber jetzt noch keine Rolle. Es geht bei uns mehr um die Technik, sprich den richtigen Anreiteweg, korrekte Absprungphase etc.. Einzelne Sprünge werden dann auch Mal höher gestellt, aber ich möchte alles leicht aufbauen und mich, sowie Auryn, nicht überfordern.

Vielen Dank an meine liebe Mama! Danke dass du ein paar Fotos geschossen hast und die Nerven hattest uns zu zuschauen. Du siehst, der Grosse passt gut auf mich auf!

Danke auch an meinen Reitlehrer der mich und meine Entscheidungen aktzeptiert und uns weiter im Springen ausbildet.

Der grösste Dank gilt jedoch meinem 9 jähren Holsteiner Auryn. Du einzigartiges, wunderbares Seelenpferd. Danke für all deine Mühe, dein Vertrauen in mich und dass du für mich mutig bist. Du bist mein Traumpferd!

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Traumpferd Auryn und seine glückliche Reiterin                                             Foto: Silke Jürgensen
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5 Gedanken zu “Blogeintrag Nr. 10 Springstunde gebisslos mit dem LG-Zaum!

  1. Hallo (:
    Ich schaue immer wieder gerne bei dir vorbei! Ich würde mich freuen, dich für den Liebster-Award zu nominieren. Hättest du Lust? Ich wollte dich ursprünglich per Mail anschreiben, habe aber leider keine Kontaktmöglichkeit gefunden… Entschuldige! Ich hoffe es ist so okay.
    Alles Liebe!

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    1. Hallo Jule!

      Danke dass du ab und zu vorbei schaust, dass freut mich. Ich stöber auch immer wieder auf deiner Seite, da ich deine Einstellung zum Reiten toll finde. Ich wurde für den Liebster-Award erst vor kurzem nominiert, danke aber dass du mich nomineren wolltest.

      Auf der Seite „Gastbeitrag“ oben im Menü kann mach mich anschreiben. Ist etwas versteckt, ich weiss. Und natürlich ist es in Ordnung dass du einen Kommentar geschrieben hast. 🙂

      liebe Grüsse aus der Schweiz, Sophie

      Gefällt mir

  2. Mööönsch, da krieg ich direkt feuchte Augen 🙂 Einfach nur schön, ein richtig tolles Erfolgserlebnis und damit brichst Du wieder eine Lanze für gebissloses Reiten 🙂 Auch lieben Dank an die Mama für die Fotos 🙂

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